(Gerhard Feil)
Nachts machen sich Träume auf den Weg...
um Ziele in weiter Ferne zu erreichen.
Doch bereits im Morgengrauen
frösteln sie erschöpft,
im dünnen Hemdchen
mit wundgelaufenen Füßen.
Mit den ersten Sonnenstrahlen
tauchen Zweifel aus dem Schatten
in den sich alle Zuversicht legt.
(Gerhard Feil)
So vieles
So vieles hatte ich erträumt
So vieles - erhofft, gewünscht
und mir versprochen.
So vieles hatte ich befürchtet
So vieles - verloren, verpasst
und mir nicht zugetraut.
So vieles davon war falsch
so vieles - unrealistisch, übertrieben
und nicht begründet.
So wenig ist wirklich passiert
und so wenig war vieles wirklich.
(Gerhard Feil)
Kalter Kaffee
Mehr wollt ich nicht
... als dich mal wieder sehen.
( und hören, riechen, spüren)
Mehr wollt ich gar nicht
... als dich mal wieder sehen
(berührt werden und berühren)
Mehr wollt ich gar nicht
... als mich mit dir zu treffen
auf ein paar Blicke und Worte
auf eine Unterhaltung der Hände
auf Lippenbekenntnisse
Mehr wollt ich gar nicht
als mich mit dir zu treffen
auf einen Kaffee
... der kalt werden kann.
(Gerhard Feil)
Den Toten gedenken wir
weil sie nur ihren Körper mitgenommen haben
aber keineswegs unsere Erinnerungen.
(Gerhard Feil)
Einmal noch
die Welt betrachten
mit Jahrmarktkinderaugen
und das Leben spüren
Pferdenüsterngleich
Die Traurigkeit hernach
ist im Grunde kein Gefühlszustand.
Sie ist nur eine Zeitspanne der Wehmut
(Gerhard Feil)
Irgendwann
Irgendwann werde ich ich sein.
Nicht der, der auf sich wartet,
Nicht der, der sich noch immer sucht.
Irgendwann werde ich der sein
der sich wirklich gefunden hat...
... in einer verlorenen Welt.
(Gerhard Feil)
Was Menschen wirklich wollen
Im Grunde will man gebraucht werden
ohne wirklich da sein zu müssen
und da sein Können
ohne wirklich gebraucht zu werden
und ansonsten halt essen,
trinken und seine Ruhe haben.
(Gerhard Feil)
Winterfreuden
Die große Liebe ist oft
nur eine Spur im Schnee
die nicht weiter führt
als bis zum Frühling.
(Gerhard Feil)
(Kein) Horizont für Frühlingsgefühle
Stürmisch wie der Herbst
und dem Laub der Bäume gleich
mich Kuss um Kuss
Dir zu Füßen legen
das mõchte ich.
So zart wie es mir bislang
nur deine Hände waren
bedecken erste Schneeflocken
den Boden der Tatsachen
mit jungfräulichem Schleier.
So rein, so unberührt …
wie ein unbeschriebenes Blatt Papier
voller Platz für Wünsche und Träume
Nass, kalt und grau
sind die Spuren der Hoffnung
die durch den Schnee
in Richtung Sommer lief
und noch vor dem Frühling
in frostiger -losigkeit erstarrte.
(Gerhard Feil)
Ein Teufelskreis
Dem Jüngling voller Leidenschaft
kamen Frauen wie gerufen
die ihm jedoch mit zarter Kraft
immer neue Leiden schufen.
Den Teufelskreis der Leidenschaft
im Alter nun überwunden
hilft ihm jetzt eine Pflegekraft
von den Leiden zu gesunden.
(Gerhard Feil)
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