unveröffentlichtes - 2018

Da schwirrt etwas...


Da schwirrt etwas im Kopf herum
...und auch im Bauch.
Ob das schon Schmetterlinge sind
oder doch nur wieder übermütige Gedanken
die Purzelbäume schlagen
bis die Knie wund sind...

(Gerhard Feil)

Reichtum


Viele würden sich schon reicher fühlen,
wenn Sie ihren Lebensstandard
besser zu schätzen wüßten.
Wirklich arm sind die meisten
vor allem an Dankbarkeit.

(Gerhard Feil)

Nicht annähernd

Ich schwimme durchs Wasser
und tausend kleine, warme Wellen
streicheln meinen Körper
nicht annähernd so sanft
so wie deine Hände.

(Gerhard Feil)

zwei Teile vom Glück


so fremd waren wir einander nicht,
als das wir uns nicht im anderen
zu finden wußten - im Angesicht
wo Hände fühlen, spüren, wandern.

so fremd waren wir einander nicht,
im lachen, fragen und im denken,
Eislaufend in bunt luziden Licht
ja selbst im nehmen und im schenken.

so fremd waren wir einander nicht,
als der Abschied uns unverwunden
noch einmal hinhält und dann zerbricht
das kurze Glück ..das wir gefunden.

so fremd waren wir einander nicht,
die Erkenntnis möcht ich bewahren
und an dies allerliebste Gedicht
erinnern wir uns noch in Jahren.

(Gerhard Feil)

Zieh die Schuhe aus.


Nachts,
wenn alles leise ist,
kann ich dich hören
dein ruheloses,
gemütliches Schlendern
durch die Nacht
während du
Schritt für Schritt
durch meine Adern läufst.
„Bitte - mein Herz”,
sage ich müde,
„Zieh die Schuhe aus.”

(Gerhard Feil)

Wer in sich geht


Wer in sich geht
oder aus sich heraus,
kann sich dabei finden
oder sich verlieren.
Meist steht man dann
aber nur neben sich -
und sich selbst zur Seite.
(Was eine prima Gelegenheit ist,
um sich bei der Hand zu nehmen)
Wirklich Sorgen machen
muss man sich erst dann,
wenn das andere ich
einem in den Rücken fällt.

(Gerhard Feil)

Deine Verwundbarkeit


Die verheilten Narben
zeugen nicht nur von
deiner Verwundbarkeit
sie zeigen auch deinen Mut
und dass dich so schnell
nichts umbringt.
Ich spüre diese Narben
auf deinem Herzen
und sie fühlen sich
nicht anders an
als meine.

(Gerhard Feil)

Schreibstil


Ich schreibe nicht vor
auch nicht nach oder ab.
Ich schreibe auf
oder nieder
und manchmal
schreibe ich einfach hin.
Und dann unterschreibe ich es auch.

(Gerhard Feil)

Roman-Tisch


Wo mir die Worte fehlen
will ich mit Händen reden
und mit Küssen möchte ich
ein ganzes Buch Dir schreiben.
Dich umarmend leg ich uns
als Roman Dir auf den Tisch
Dich einatmend, höre ich
in meinem Schweigen blättern - Dich.

(Gerhard Feil)

Tragt meine Bedenken weg


Wohin ich mich geben will
dort nimmt kein Zurück Haltung an -
nicht einmal der Zweifel selbst

(Gerhard Feil)

© Gerhard Feil   https://www.gegge.de