(un)begrenzte Möglichkeiten – der Bewertung

von wertloser Zeit und zeitlosen Werten

Uhren und Kalender
zeigen Zahlen ohne Wert,

Lebenszeit bewertet man
nach Inhalt oder Umfang,
aber nie nach Dauer.

(Gerhard Feil)

Maßeinheiten der Zeit

harte Zeiten
schwere Stunden
schöne Augenblicke
geschenkte Jahre

vergeudete Zeit

(Gerhard Feil)

Hengst wollte ich sein

Du hattest die Zügel in der Hand
bestimmtest Richtung
und das Tempo.
Du brachtest mein Herz aus seinem Takt
und nahmst mir meinen Willen.
Statt geritten zu werden
trug ich am Ende
auf meinem Rücken
nur noch die Last
deines Gepäcks.
Hörner hast du mir aufgesetzt –
aber die passen nicht
zu einem Hengst
und auch nicht zu einem Esel.

(Gerhard Feil)

Eitelkeit

Deine Eitelkeit
ist in Worte gefasst
ein sich im Kreis
um dich herum
drehender Pflug
der sich immer tiefer
in die Erde gräbt.

Am Ende stehst du
auf einem Podest
keinen Meter höher
als all die Anderen
von einem Graben umgeben
und unerreichbar.

(Gerhard Feil)

Das Rezept zum Glücklichsein

Viele denken,
sie wüssten das Rezept
zum Glücklichsein
und hätten nur nicht
die richtigen Zutaten.
Jedoch besteht die Kunst im Leben
wie beim Kochen nicht darin,
alle Zutaten zu besorgen,
sondern darin, mit dem Verfügbaren
etwas Schmackhaftes zu zaubern.

(Gerhard Feil)

kein Unterschied

in einem Gedanken
oder einer Tätigkeit

sich zu finden
oder sich zu verlieren

ist oft das Gleiche

(Gerhard Feil)

Lebensaufgabe (Pflicht und Kür)

Zu Beginn ist unser Leben
voller kann ich und kann ich nicht.

Am Ende ist unser Leben
voller konnte ich und konnte ich nicht.

Dazwischen ist unser Leben
voller Pflicht und Kür.

Die Pflicht ist:
aus kann ein konnte zu machen.

Die Kür:
aus kann ich nicht ein konnte ich doch!

(Gerhard Feil)

Das Leben ist schön!


Irgendwo
abseits der Sorgen
jenseits des Kummers
und abgesehen
vom schlechten Wetter
ist das Leben schön.
Gut, vielleicht muss ja
auch noch die Zeit stimmen.
Und eventuell sollte man
sich in guter Gesellschaft befinden.
Aber irgendwo,
irgendwann
und mit irgendwem
ist das Leben schön.

(Gerhard Feil)

Ungläubig

Habe den Glauben verloren
an Religionen
an Regierungen
an Währungen
an die Medien.
Was mir bleibt ist
der Glaube frei zu sein.
Ich glaube daran
die Freiheit zu besitzen
ungläubig zu sein.
Vielleicht ist aber
selbst das eine Lüge.

(Gerhard Feil)

Wertschätzung

Man kann seinen Wert nur schätzen
an der Zeit,
die einem andere widmen,
und an der Zeit,
die man sich für andere nimmt.

(Gerhard Feil)

© Gerhard Feil   https://www.gegge.de