(un)begrenzte Möglichkeiten – des Gefühls

längst nicht alles


wenn ich dir jetzt sagen könnte
wie sehr ich dich vermisse

dann wäre bei weitem
noch nicht alles gesprochen

aber das Wichtigste wäre gesagt

(Gerhard Feil)

Natürlich liebe ich das Leben!


Ich habe nur hin und wieder das Gefühl,
dass das Leben mich nicht annähernd
im selben Maß zurückliebt.

Aber so ist das ja oft mit der Liebe,
da kann das Leben ja nichts dafür.

(Gerhard Feil)

Welch ein Jammer


Es geht mir gut, ich bin gesund
Ich leide weder Durst noch Hunger.
Ich habe Arbeit, ich habe Geld
davon nicht viel — aber genug.
Ich bin frei in jedem Sinne,
wenn etwas mir mir im Wege steht
dann ist sicher — das bin ich selbst.

Ich könnte jammern —
aber nur aus einem Grund:

„Weil es sich nicht so anfühlt,
als ginge es mir wirklich gut
sondern viel mehr so,
als könnte es mir besser gehen.“

(Gerhard Feil)

Ausgesperrt


Ich bin zuhause
im eigenen Land
der Heimatstadt
den eigenen vier Wänden

nur das Gefühl
zuhause zu sein
steht noch vor der Tür

(Gerhard Feil)

Ohne Neid


Ich sehe das Glück des Anderen
und freue mich
als wäre es meines

Er teilt ohne Neid
mein Glück mit mir
als wäre es seines

(Gerhard Feil)

was wiegt schwerer?


Ich habe das betrübliche Gefühl
es ginge mir schlecht —
aber das erfreuliche Bewusstsein,
dass dem in Grunde gar nicht so ist.

(Gerhard Feil)

Vielleicht


Am Strand sein
und die Schuhe anlassen.
In den Sternenhimmel blicken
ohne die Unendlichkeit zu spüren.
Musik von U2 hören
ohne mit dem Fuß zu wippen.
Ein Unrecht sehen
und dabei gelassen bleiben.
Oder einfach mal
eine Stunde nicht an Dich denken

vielleicht
kann all das
irgendein anderer.

(Gerhard Feil)

Es reicht nicht


Es reicht nicht,
wenn nur einer liebt
oder wenn einer nur liebt

Es reicht nicht,
wenn nur einer begehrt
oder wenn einer nur begehrt.

(Gerhard Feil)

Maßlose Gefühle


Lust und Liebe können beide
gleich groß sein
aber sie haben dabei
nicht das gleiche Gewicht.

Und selbst wenn sie es hätten
dann wäre vielleicht die Waagschale
mit sich im Reinen –
die Gewogenen wären es nicht.

(Gerhard Feil)

Keine Worte in ausreichender Menge


Ich kann dir gar nicht sagen,
wie sehr ich dich liebe.
Es gibt einfach keine Worte dafür!
Und selbst wenn es dafür Worte gäbe –
es gäbe deren nicht genug.

(Gerhard Feil)

© Gerhard Feil   https://www.gegge.de