Gideon verursacht Herzschmerz

Den ganzen Tag über hatte ich ein komisches Gefühl in der Brust.
Immer wieder ein ziehen und stechen, ungewohnte Kälte und ab und zu ein hartes Klopfen.
Letzteres lies mich dann doch aufhorchen und ich fing an mir ernsthaft Sorgen zu machen.
Ich drehte die Musik auf lautlos und horchte genau hin.
- nichts - ich horchte noch angestrengter … dann hörte ich den ganz normalen Pulsschlag. Bubumm…bubumm… klopf.
Da war es. Ganz deutlich und nochmal ..Klopf klopf.
„Herein!”, rief ich im Spaß.

„Moment, hab es gleich”, antwortete Gideon.

„Gideon? Bis du das?”, fragte ich und machte mir bewußt, dass ich ihn schon den ganzen Tag noch nicht gesehen hatte.

„Wer soll es denn sonst sein?”, fragte Gideon spitz, mit verschmitzten Grinsen.

„Gideon, …was bitte hast du die ganze Zeit getrieben?”

„Aufgeräumt, gelüftet, ausgemistet und ein wenig umdekoriert!”, antwortete Gideon nicht ohne deutlich sichtbaren Stolz.

„Wie…Wo….?”, fragte ich und hatte durchaus eine Vorahnung.

„Kann das eigentlich weg?”, fragte mich Gideon und zeigte ein Bild von Pepino.

„Gideon! Das geht zuweit. Du kannst doch nicht ungefragt ausmisten was und wen ich im Laufe meines Lebens in mein Herz geschlossen habe.”

Gideon schaute schuldbewußt, antwortete aber durchaus Selbstbewusst: „Gerhard, du hast ein wirklich großes Herz! Aber hin und wieder muss man auch mal aufräumen. Ich habe zwei Stunden Staub gewischt.

Darum musste ich auch lüften. Und wir brauchen ja demnächst Platz. Viel Platz.”

„Gideon…”, sagte ich und versuchte nicht all zu Streng zu klingen, „…ist das nicht ein wenig früh? Wir wissen doch noch gar nicht, ob sie hier einziehen möchte.

Nur weil ihr dein Brief gefallen hat…bedeutet das noch nicht..”

„Gegge!”, fiel mir Gideon ins Wort, „..das ANGEBOT muss stimmen. Wolltest du etwa ernsthaft einen Platz in deinem Herzen anbieten, ohne da vorher mal durchzulüften und das Bett frisch zu beziehen? Es geht doch gar nicht darum ob und wann sie einzieht.

Sie soll nur wissen, dass hier ein schöner Platz wäre, der ihr zur Verfügung steht.”

„Ich hab Betten in meinem Herzen?”, fragte ich verwundert.

„Das war eine Metapher!”, sagte Gideon und ging in die Küche an den Kühlschrank.

„Seit wann trinkst du denn Bier?”, fragte ich ihn.

„Hallo? Ich hab den ganzen Tag gearbeitet!”, sagte Gideon, und gab mir aber nach einem einzigen Schluck, mit angewidertem Gesichtsausdruck die Flasche in die Hand und schenkte sich ein Glas Milch ein.

Der Rest des Abends verlief dann durchaus ruhig,nur einmal ging Gideon noch kurz zwischen zwei Bubumm das Licht ausmachen.

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© Gerhard Feil   https://www.gegge.de