Wie und warum ich mein Buch im Eigenverlag veröffentlicht habe.

Den Wunsch, die eigenen Werke in einem Buch in Händen zu halten, kennen wohl die meisten, die hin und wieder etwas schreiben.
In der Regel benötigt ein unbekannter Dichter dazu ungefähr 250 Gedichte und das Glück einen Verlag zu finden, der an wenigstens 80 dieser Gedichte zumindest nur minimal etwas auszusetzen hat.
Dann musste man sich nur noch damit abfinden, dass an so einem Buch soviele Leute etwas verdienen wollen, dass für den Autor der Werke eigentlich nichts übrigbleiben kann. Verständlicherweise, denn das Endprodukt darf ja auch nichts kosten, denn: "Wissen Sie - zur Zeit ist für Lyrik ein ganz schlechter Markt! Es gibt zu viele, die schreiben - und zuwenige, die es lesen wollen."

Ok - dann halt im Eigenverlag.

Dann muss man sich wenigstens keinem Verlag anpassen, um in seine Sortimentsschiene zu passen und irgendeine Lücke zwischen dessen Autoren ausfüllen zu können.
Der Entschluß steht - die Frage nach dem WIE bleibt (- und weitere Fragen kommen hinzu)

BOD oder Druck einer Auflage mit x Exemplaren?

BOD (Book on demand) bedeutet, dass nur genau soviele Bücher hergestellt werden, wie auch verkauft werden können. Keine Gefahr von Restbeständen oder zu geringer Stückzahl - das klingt erst mal gut.
In der Praxis bedeutet dies aber: Hohe Kosten pro Buch (sowohl im EK als auch im VK) laufende Kosten für Serviceleistungen unabhängig von der tatsächlichen Absatzmenge - und immer wieder gelesen: Lange Lieferzeiten bei Bestellung (und bestellen muss man solche Bücher immer, denn kein Buchhandel nimmt derartige Bücher in sein Sortiment (zumindest nicht kostenlos).
Klingt plötzlich nicht mehr ganz so gut! Wie war noch gleich die Alternative?

Druckauftrag einer Auflage mit x Exemplaren

Das X muss man halt mal durchkalkulieren: 2 Pflichtexemplare für die Bibliotheken, ein paar Bücher als Eigenbedarf zum verschenken, ein paar Bücher als Rezensionsexemplare für die lokale Presse und für Werbeaktionen, ein paar Bücher für Freunde und Bekannte, ein paar zum Verkauf über die Webseite..
also 50 Exemplare brauch ich mindestens! (Der Stückpreis bei der Auflage ist ein schlechter Witz!) Der für 100 Exemplare sieht schon besser aus. Ab 200 Stück wird es interessant und darüber ist es dann preislich nicht mehr wesentlich interessanter.
Also: 200 Stück. abhaken; erste Frage beantwortet! (Dafür kommt aber gleich eine neue Frage auf: Wie man die 200 Stück loszuwerden gedenkt. Aber dazu später)

ISBN & VLB

Woher bekommt man die Nummer und was kostet das? Etwas googeln und schon ist man schlauer und weiß Dinge, die man gar nicht wissen wollte. Die ISB-Nummer bekommt man einzeln für ca 80,00 € oder als Kleinverlag im 10erPack für ca 150,- € Das ist happig! Und wirft die Frage auf: Wozu braucht man die ISBN eigentlich?
Nun - ohne ISBN kannst du dein Buch nicht bei Amazon verkaufen und auch kein Buchhändler wird es jemals bestellen können.
Aber mit ISBN geht das dann?
Ja - ABER NUR, wenn das Buch auch im VLB gelistet ist. Denn dort sucht der Handel auf Kundenwunsch nach der ISBN um das Buch zu bestellen.
OK (schnauf) - und was kostet so ein Eintrag ins VLB?
60 Euro Jahresmindestgebühr. Also das wären dann für ISBN und VLB 200,- Euro (mit zwei Jahren VLB-Eintrag gerechnet) also bei 200 Exemplaren macht das 1 € pro Buch, dafür das man dieses Buch in jedem Buchhandel bestellen kann. (das ist die Theorie! Die Praxis sieht oft so aus, es eine ganze Zeit dauern kann, bis der Buchhandel die "neueste" VLB-Liste verwendet, in der dieses Buch dann eingetragen ist.

Zur Abwechslung mal gute Nachrichten?

Nein! Aber noch eine schlechte!
Der Buchhandel will übrigens ca 30% Rabatt auf den Ladenverkaufspreis. Und wenn du über Amazon verkaufen willst, sind sogar 50% Rabatt fällig.
Und als Selbstverleger bist du derjenige, der die Bücher an den Buchhandel zu liefern hat - und denke nicht im Traum daran dafür Porto berechnen zu wollen. Dazu kommt, dass Du zwar Vorkasse verlangen kannst, aber dein potenzieller Leser dann 3-4 Wochen auf sein bestelltes Buch warten muss.
Wenn Du keine Vorkasse verlangst, solltest du das Mahnwesen beherrschen und Geduld haben.

Fazit: (nach einer Tasse Kaffee)

Mal abgesehen davon, dass über den Buchhandel kein Geld zu verdienen ist - Derjenige, der weder mich noch mein Buch kennt, wird es auch in keinem Buchhandel bestellen wollen.
Diejenigen, die mich oder meine Gedichte kennen, die kennen auch meine Webseite.
Also brauch ich keine ISBN und keinen Eintrag ins VLB. Und ich brauch kein Amazon!
Ich verkaufe über meine Webseite und vertraue auf meine Fans.

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