(un)begrenzte Möglichkeiten – des Loslassens

Was du mir bist

Du könntest
mir alles sein
und bist doch
nur das Salz
in meinen Tränen
und das Messer
in meiner Brust.

(Gerhard Feil)

Alles verloren

Mit leeren Taschen
und ohne Gepäck
stehe ich alleine
auf einem Weg,
der mein Leben ist.
Alles hab ich verloren!
Meine Ängste und Sorgen,
die Zweifel und auch
die falschen Hoffnungen.
Alles weg – sogar der Schmerz.
Ich habe alles verloren,
und es gibt keinen Grund,
danach zu suchen.

(Gerhard Feil)

ungehaltene Augenblicke


Dein hinreißendes Lächeln
und die ablehnenden Gebärden.
Dein anziehendes Äußeres
und deine abstoßenden Signale.
Deine ausgestrahlte Erotik
und deine prüde Lebensart.
Dein begehrenswerter Mund
und dein freudloser Gaumen,
dem, frei von jeder Begierde,
nichts recht schmecken mag.

Mehr noch,
als deine Zunge,
versprechen deine Augen.

Und noch weniger,
als deine Worte,
lösen deine Blicke
ihre Versprechen ein.

(Gerhard Feil)

von einander lassen

Wenn ich aufhören würde
von dir immer das Falsche zu wollen

und du aufhören würdest
von mir immer das Falsche zu wollen

dann könnten wir
vielleicht einmal das Richtige tun

(Gerhard Feil)

sinnlos

Wenn ich dir
nicht weniger als ALLES geben kann
und Dir das alles NICHTS bedeutet

und du mir
kaum mehr als NICHTS geben kannst
und mir das schon ALLES sein soll.

Dann führt das Alles zu NICHTS
Und NICHTS ist so sinnlos
wie ein Weg der nirgendwo hinführt.

Sich ständig nur im Kreis zu drehen –
das ist ohne Musik kaum machbar!

(Gerhard Feil)

Endspurt der Gefühle

Jahrelang bin ich dir hinterhergelaufen.
Sogar als ich dich bereits überholt hatte,
war ich noch hinter dir her.
Jetzt aber habe ich genug Abstand gefunden
und bin dir weit voraus.
Bei 170 Puls bringt auch der Gedanke an dich
mein Herz nicht mehr aus dem Takt.
Selbst die Tränen in meinen Augen
spielen keine Rolle – die anderen
werden das für Schweiß halten.

Nur noch ein paar hundert Meter bis zum Lebewohl

(Gerhard Feil)

Hoffnungslos

Voller Hoffnungen
lies ich selbige los.

Sie kamen nicht wieder!

(Gerhard Feil)

Nicht aus dem Sinn

Nur aus den Augen
hab ich dich verloren.
Nicht aus dem Sinn.
Und schon gar nicht
aus meinem Herzen.

(Gerhard Feil)

Zu viele sind noch nicht genug

Ich weiß nicht genau,
wie viele Menschen es auf der Erde gibt.

Man sollte jedenfalls meinen,
es wären genug.

Und doch fehlt einer.

(Gerhard Feil)

Beruhigend

Was man mir stehlen kann,
das kann von so großem Wert
doch gar nicht sein.
Denn alles von großem Wert
habe ich entweder in mir
oder nicht in meinem Besitz.

(Gerhard Feil)

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