Leidenschaft – Gedichte von Gerhard Feil

Geometrie mit höheren Werten Lass uns die Schnittmenge der Körper suchen und den Umfang unserer Gefühle ermitteln. Lass uns die kleinste Fläche, die wir benötigen, feststellen und den Inhalt unserer Leben neu definieren. Lass uns den Radius unserer Möglichkeiten erkunden und der Geometrie ihre Grenzen beweisen. Lass es uns tun (Gerhard Feil)
LIEBE UND LEIDENSCHAFT vom „küss mich” liebten wir uns voll leidenschaft die ganze nacht lang bis in den morgen bis zur frage: „sag — liebst du mich?“ dann liebten wir uns erstmal nicht. (Gerhard Feil)
DAS PURE VERLANGEN Gemessen an dir ist das Maß meiner Liebe die Maßlosigkeit Gezählt auf dich ist die Summe meiner Gefühle eine Unsumme Gefragt nach dir ist das pure Verlangen eine einzige Gier (Gerhard Feil)
DREI WORTE Was ich dir in der letzten Stunde in den Nacken gehaucht, geküsst, geknabbert und geatmet habe all das war der Anfang einer langen Geschichte deren Titel aus jenen drei Worten besteht die mir angeblich zu sagen so schwer fallen. (Gerhard Feil)
EIN HÖHEPUNKT Körper verschmelzen wie der Morgen mit dem Tag Gerüche würzen die Luft wie das Salz die Suppe Gedanken verlieren sich wie Wellen am Strand Gefühle finden zueinander wie Regentropfen am Fenster und unsere Lust gipfelt wie das Tüpfelchen auf dem i. (Gerhard Feil)
UNBEKLEIDET als würd mein leben barfuß über weiches gras laufen so gut fühl ich mich bei dir dass sich selbst meine seele die engen schuhe auszieht barlippig küsse ich dich nackt mit unverhüllter lust. (Gerhard Feil)
KOMPLIMENT Ich könnte es durchaus als Kompliment auffassen wenn du dir vor lauter Extase einen Nagel abgebrochen hast — aber ausgerechnet in meinem Rücken? (Gerhard Feil)
UNSCHULD und du küsst mich wieder und wieder und nach und nach unschuldiger und schuldiger und doch stellt sich nicht die Frage und fragt nicht nach schuld und unschuld (Gerhard Feil)
ALL DAS was da gerunzelt oder gerümpft wird lächelt oder schmollt zuckt oder bebt oder zum Takt deines Atems sich hebt und senkt all das möchte ich küssen sonst nichts (Gerhard Feil)



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Geometrie
mit höheren Werten
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Lass uns die Schnittmenge der
Körper suchen und den Umfang unserer
Gefühle ermitteln. Lass uns die kleinste Fläche,
die wir benötigen, feststellen und den Inhalt
unserer Leben neu definieren. Lass uns
den Radius unserer Möglichkeiten
erkunden und der Geometrie
ihre Grenzen beweisen.
Lass es uns
tun
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(Gerhard Feil)
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LIEBE UND LEIDENSCHAFT

vom „küss mich”
liebten wir uns
voll leidenschaft
die ganze nacht lang
bis in den morgen

bis zur frage:
„sag — liebst du mich?“

dann liebten wir uns
erstmal nicht.

(Gerhard Feil)

DAS PURE VERLANGEN

Gemessen an dir
ist das Maß meiner Liebe
die Maßlosigkeit

Gezählt auf dich
ist die Summe meiner Gefühle
eine Unsumme

Gefragt nach dir
ist das pure Verlangen
eine einzige Gier

(Gerhard Feil)

DREI WORTE

Was ich dir
in der letzten Stunde
in den Nacken gehaucht,
geküsst, geknabbert
und geatmet habe
all das war der Anfang
einer langen Geschichte
deren Titel aus jenen
drei Worten besteht
die mir angeblich
zu sagen
so schwer fallen.

(Gerhard Feil)

EIN HÖHEPUNKT

Körper verschmelzen
wie der Morgen mit dem Tag

Gerüche würzen die Luft
wie das Salz die Suppe

Gedanken verlieren sich
wie Wellen am Strand

Gefühle finden zueinander
wie Regentropfen am Fenster

und unsere Lust gipfelt
wie das Tüpfelchen auf dem i.

(Gerhard Feil)
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UNBEKLEIDET

als würd mein leben barfuß
über weiches gras laufen
so gut fühl ich mich bei dir
dass sich selbst meine seele
die engen schuhe auszieht

barlippig küsse ich dich
nackt
mit unverhüllter lust.

(Gerhard Feil)
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KOMPLIMENT

Ich könnte es durchaus
als Kompliment auffassen
wenn du dir vor lauter Extase
einen Nagel abgebrochen hast
— aber ausgerechnet
in meinem Rücken?

(Gerhard Feil)

UNSCHULD

und du küsst mich
wieder und wieder
und nach und nach
unschuldiger und schuldiger
und doch stellt sich
nicht die Frage
und fragt nicht
nach schuld
und unschuld

(Gerhard Feil)
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ALL DAS

was da gerunzelt
oder gerümpft wird
lächelt oder schmollt
zuckt oder bebt
oder zum Takt deines Atems
sich hebt und senkt
all das möchte ich küssen

sonst nichts

(Gerhard Feil)

© Gerhard Feil   https://www.gegge.de