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Jörn Pfennig

DÜRFEN,MÜSSEN,SOLLEN

Daß du mir fehlst
macht mir mehrere Probleme:

Erstens,
daß du mir
nicht fehlen
solltest.

Zweitens,
daß du mir
nicht fehlen
müßtest.

Drittens,
daß du mir
nicht fehlen
dürftest.

Viertens,
daß du mir
fehlst.

(Jörn Pfennig)

SCHNEE VON GESTERN

Meine Gefühle
sind vielleicht
Schnee von gestern
aber so zertreten
sind sie noch nicht
daß ich deine Spuren
nicht deutlich
erkennen kann.

(Jörn Pfennig)

UNGLAUBWÜRDIG?

Du sagst ganz deutlich
du magst mich.
Ich sage ganz deutlich
ich mag dich.

Woher kommt es
dass nur ich
dir glaube?

(Jörn Pfennig)

DANK UND BITTE

Ich habe das wunderschöne Gefühl
Dir alles sagen zu können

Erspare mir bitte das Gefühl
Dir alles sagen zu müssen

(Jörn Pfennig)

HEILIGER KRIEG

Gestern hat wieder
eine Bombe
ein paar Kinder
zerfetzt
die keine Ahnung hatten
wer das eigentlich ist
in dessen Namen
sie sterben
mußten.

(Jörn Pfennig)

MENGENLEHRE

Was du an Liebe brauchst
kann ich allein nicht geben.
Was ich an Liebe geben kann
ist für dich allein zuviel.

(Jörn Pfennig)

WEISST DU'S ?

Du
mit dem hellen Lachen
herübergeretteter
Kindlichkeit
mit deinen Worten
die dir von den Lippen
platzen und unversichert
in die Wahrheit
rennen -
Weißt du, wie gut
du mir tust?

(Jörn Pfennig)

SCHON JETZT

Alles hatte Inhalt:
unsere Worte,
unsere Blicke,
unsere Berührungen.
Reden, das fließt.
Lachen, das hingehört.
Schweigen, das lebt.
Vertrautheit von Anfang an.
Von unseren wenigen ersten Stunden
wird viel bleiben
und viel wird daraus werden.
Das erlaube ich mir zu wissen.

(Jörn Pfennig)

FREIER FALL

Ich kenne nicht den Grund
will ihn auch nicht suchen
ich weiß nur, daß es gut war
wie wir uns verhielten.
Es macht kaum Sinn
sich gegen einen Sog zu wehren
der nichts als die von uns
ersehnte Tiefe bringt.
Ist denn der Grund
auf den wir kommen
wenn wir uns fallen lassen
nicht Grund genug
uns fallen zu lassen?

(Jörn Pfennig)

ZUGVOGEL

Du bist in mein Leben geflogen,
wie ein Zugvogel,
der sich auf dem Weg in die Wärme
mit Absicht in der Richtung getäuscht hat.

Und ich,
ich werde fest daran glauben,
daß es mir gelingt,
dich vorm Erfrieren zu bewahren

(Jörn Pfennig)

EPILOG

Wahrscheinlich
muß ich
davon ausgehen
daß mich viele
Freunde der Lyrik
nicht
für einen Lyriker
halten.

Hoffentlich
darf ich
davon ausgehen
daß mich viele
Feinde der Lyrik
auch nicht
für einen Lyriker
halten.

(Jörn Pfennig)

Reifeprüfung

Du botest mir
dein Bett für die Nacht
und in der Ruhe
unserer Vertrautheit
vergaß ich deinen Körper.

Er war da und schön
und das war alles und gut.

Zwischen Dir und mir
trafen sich unsere Hände
und hatten keinen Grund
sich auszuweichen.

Was braucht die Zärtlichkeit
große Flächen, wenn eine Hand
so gibt und nimmt wie deine?

(Jörn Pfennig)

Autoreninfo

Jörn Pfennig (*1944) lebt und arbeitet in München. Seine Jugendzeit verbrachte er in Tübingen, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft.
Hat bereits mehrere Bücher (Gedichtsbände) veröffentlicht.

besucht doch mal seine Homepage

Mein Buchtip zu diesem Autor:
Grundlos zärtlich (Link führt zu libri.de)
© Gerhard Feil   http://www.gegge.de