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Gedichte-Sammlung

LÖSCH MIR DIE AUGEN AUS:

ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu:
ich kann dich hören,
und ohne Füße
kann ich zu dir gehn,
und ohne Mund noch
kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab,
ich fasse dich
mit meinem Herzen
wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu,
und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du
in mein Hirn den Brand,
so werd ich dich
auf meinem Blute tragen.

(Rainer Maria Rilke)

AUGEN IN DER GROßSTADT

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
    da zeigt die Stadt
    dir asphaltglatt
  im Menschentrichter
  Millionen Gesichter:
  Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
  die Braue, Pupillen, die Lider -
  Was war das?
  vielleicht dein Lebensglück …
  vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
    Ein Auge winkt,
    die Seele klingt;
  du hast's gefunden,
  nur für Sekunden …
  Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
  die Braue, Pupillen, Lider;
  Was war das?
  kein Mensch dreht die Zeit zurück …
  Vorbei, verweht, nie wieder.

Du musst auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
    Es kann ein Feind sein,
    es kann ein Freund sein,
    es kann im Kampfe dein
    Genosse sein.
  Es sieht hinüber
  und zieht vorüber ….
  Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
  die Braue, Pupillen, die Lider.
  Was war das?
  Von der großen Menschheit ein Stück!
  Vorbei, verweht, nie wieder.

(Kurt Tucholsky, 1930)

NÄHE DES GELIEBTEN

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Hain da geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

(Wolfgang Goethe)

ANGST UND WAHRHEIT

es gibt menschen
die haben
angst vor der
wahrheit
und ich
habe angst
vor diesen menschen

(Gassner Horst)

VERWISCHTE GEFÜHLE

Schwer ist es zu beschreiben,
dieses Gefühl, wenn ich an sie denke.
Dieser Sturm von Emotionen,
der alle Zweifel über das,
was sie mir antat
und alle Ängste
vor einer gemeinsamen Zukunft mit ihr
hinwegfegt.

Noch schwerer aber ist es,
jene Dinge zu verstehen
und vor allem zu akzeptieren,
die sich in der Zeit nach ihr
in mein Herz zu schleichen wagten…

(Carsten Dreier)

SIEG DER TRAUER

fehlgeschlagene rettungsversuche
hocken traurig im keller deiner seele
selbst ausgeteilte gemeinheiten
sitzen grinsend nebenan
ehrlich gemeinte gefühle
liegen zusammengekauert,
mißachtet in einer ecke
und falschheit und lieblosigkeit
haben ihren spaß daran
dein leben scheint wieder einmal am ende
und hilflosigkeit und trauer
reiben sich die hände

(Gassner Horst)

AUF DER SUCHE

du suchst die liebe
und findest den haß
du suchst den frieden
und findest den krieg
du suchst das leben
und findest den tod

(Gassner Horst)

DIFFERENZEN

Es ist dieselbe Luft,
die wir atmen.
Es ist dieselbe Erde,
auf der wir wandeln.
Es ist dieselbe Sonne,
die auf uns herab scheint.
Es ist derselbe Mond,
der die Landschaft in silbrigem Glanz erscheinen läßt.
Es sind dieselben Sterne,
die am Firmament für uns funkeln.
Es ist dasselbe Gefühl,
welches uns verbindet.
Aber dennoch trennen uns inzwischen Welten voneinander…

(Carsten Dreier)

MOMENTE

Momente, in denen wir uns fragen
was uns bewegt, sind Augenblicke,
in denen wir nicht wissen was wir fühlen.
Momente, in denen wir bezweifeln
was wir fühlen, sind Augenblicke,
in denen wir nicht wissen was wir wollen.
Momente, in denen wir verneinen
was wir wollen, sind Augenblicke,
in denen wir nicht wissen was wir können.
Momente, in denen wir erkennen
was wir können, sind Augenblicke
an die wir uns erinnern.
Momente, an die wir uns erinnern
sind vergänglich.

(Carsten Dreier)

© Gerhard Feil   http://www.gegge.de