Lyrik von Gerhard Feil
Prosa von Gerhard Feil
Gast-Gedichte & Weisheiten
privates von Gegge

sonstiges - Gedichte von Gerhard Feil

LIEBER ENTWEDER - ODER?

Statt auf der Stelle zu treten
und euch den Vortritt zu gewähren,
gilt es jetzt
zurück zu treten -
entweder als Rücktritt
oder euch ans Schienbein.

(Gerhard Feil)

SCHWANZGESTEUERT

Schwanzgesteuert
ist alles ein Kinderspiel
Schwanzgesteuert
trifft man stets ins Ziel
Schwanzgesteuert
geht alles von alleine
Schwanzgesteuert
fällt man immer auf die Beine
(wenn man eine Katze ist)

(Gerhard Feil)
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GENUG IST GENUG

Ich dachte Hunde, die bellen, beißen nicht
und habe den Bock zum Gärtner gemacht
aber Unkraut vergeht nicht

Ich dachte es ist dein Spiel mit dem Feuer
aber nun bin ich das gebrannte Kind
und du streust Salz in meine Wunden

Ich dachte Lügen haben kurze Beine
dennoch bist du zu weit gegangen
und lebst auf großem Fuß

Es war kein Tropfen auf dem heißen Stein
und da musste das Faß ja überlaufen
so sehr hast du den Bogen überspannt

Aber ich nehme kein Blatt vor den Mund
und sehe den Tatsachen ins Auge
denn hinterher weiß es jeder besser

und wer zuletzt lacht...

(Gerhard Feil)

DER MÖRDER IST IMMER DER GÄRTNER

versprühtem giftgas
gegen blattläuse
folgt der holocaust

im garten eden
ein kleiner völkermord

im namen der rosen
unzählige tote bienen
nur ein kollateralschaden

das blühende leben
hat seinen preis

(Gerhard Feil)

NICHT PARADOX SONDERN ABSURD

Im Namen des Rechts
läßt man so manches
Links liegen

so wie man auch
im Namen des Herrn
stets die Frauen vergisst.

Auf den Gräbern ihrer Söhne
steht in Muttersprache:
Gefallen fürs Vaterland.

(Gerhard Feil)
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RAUS SOLL ICH

raus soll ich
aus meiner Geborgenheit
heraus soll ich
nach all der Zeit
aus Dir, meiner Mutter
und hinein in
mein eigenes Leben

raus soll ich
aus meiner Geborgenheit
heraus soll ich
nach all der Zeit
aus dem Elternhaus
und hinein in
mein eigenes Leben

raus soll ich
aus meinem Leben
heraus soll ich
nach all der Zeit gehen
hinein und zurück
in die Geborgenheit

(Gerhard Feil)
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DAS RICHTIGE

Je mehr ich darüber nachdenke,
was ich falsch gemacht haben könnte,
umso mehr bekomme ich den Eindruck,
dass das Einzige,
was ich falsch gemacht habe,
im Grunde genommen
genau das Richtige war.

(Gerhard Feil)

RÜCKBLICK

Du hast mich immer nur belogen
  bis es zu offensichtlich wurde
  habe ich dir alles geglaubt.

Du hast mich immer nur benutzt
  bis ich Dir nichts mehr nützte
  war ich immer für dich da.

Du hast mir immer wieder wehgetan
  bis es nicht mehr zu ertragen war
  habe ich alles zugelassen.

Du hast mich einfach weggeworfen
  weil es für Dich nur ein Spiel war
  werde ich nicht zurückkommen.

Du hast keinen Feind gefunden
  als es dann zum Ende kam
  habe ich keinen Freund verloren.

Du wirst dich nicht entschuldigen
  wenn dir deine Schuld bewußt wird
  werde ich Dir vergeben können.

(Gerhard Feil)

EITELKEIT

Deine Liebe zu mir
wäre in Worte gefasst
ein sich im Kreis
um mich herum
drehender Pflug
der sich immer tiefer
in die Erde gräbt
bis am Ende
ein Podest
aus dem Nichts heraus
mich in einem Lichte
glänzen läßt,
von dem Du nicht ahnst
dass es nichts anderes ist
als Deine Liebe zu mir.

(Gerhard Feil)
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GEDANKEN

Manchmal trifft man auf einen Gedanken,
schnappt sich ein paar Worte
und bringt ihn zu Papier.

Und hin und wieder schnappt man
ein paar zu Papier gebracht Worte auf
und trifft dabei auf einen Gedanken.

Aber meistens treffen die Gedanken
auf die Worte, schnappen über
- und das Papier bringt es nicht weiter
als bis zum Mülleimer.

(Gerhard Feil)
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unfug

Heute will ich Unfug dichten

und füge der Fuge
dichtende Dichtmittel
zu

auf das
nie wieder
Tropfen tropfen

(Gerhard Feil)
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© Gerhard Feil   http://www.gegge.de