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(un)begrenzte Möglichkeiten – der Schuld

Schuldbekenntnis

Für meine Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen
bin ich per se selbst verantwortlich
und übernehme daher auch
für die daraus resultierenden Enttäuschungen
in vollem Umfang die Schuld.
Das Recht zur Klage bleibt davon unberührt –
obgleich das Gejammere nichts nützen wird.

(Gerhard Feil)

Seinen Glauben leben

wer für seine Religion
sein Leben gibt

der hat weder das eine
noch das andere verstanden

(Gerhard Feil)

Beschmutzt

du kannst
dir in ein paar Jahren
eine weiße Weste kaufen
ich hingegen …
kann so oft und lange
mich gar nicht waschen
als dass ich mich je wieder
unbeschmutzt fühlen könnte.

(Gerhard Feil)

Gegengewalt

Ich kann nicht
dem Recht zu Unrecht verhelfen
oder dem Unrecht zu Recht.
Aber ich könnte
dem einen zur Seite stehen
und dem anderen im Weg.

(Gerhard Feil)

Erweiterte Möglicheiten

Auch ein Stummer hat ein Stimmrecht,
und selbst ein Tauber findet Gehör.
Jeder Blinde hat eigene Ansichten.
jeder Analphabet schreibt Geschichte.

Nur sich gehen zu lassen,
bringt einen kein Stück weiter.

(Gerhard Feil)

Missverständnisse

Was verspricht sie nicht alles
die Sprache –
und doch fällt jedes Wort
nur so, wie es geworfen wurde.
Missverständnisse sind unberechenbar –
und doch addieren sie sich.

(Gerhard Feil)

Die Hoffnung

Die Hoffnung
ist ein lausiger Liebhaber,
der von Verhütung nichts hält
und von Verantwortung
nichts wissen will.

(Gerhard Feil)

Berechnend

Auf mich
und meine Hilfe
kannst du immer zählen.
Aber du zählst nicht –
du rechnest damit.

(Gerhard Feil)

Alle Zeit der Welt

Was nützt es,
alle Zeit der Welt zu haben,
wenn der Welt an sich
die Zeit davonläuft?
Es geht nicht darum,
wie viel Zeit wir haben,
sondern wie viel Zeit
dem Anderen noch bleibt.

(Gerhard Feil)

Falscher Verdacht

Mich drückte der Schuh,
und ich hatte schon Angst,
ich hätte womöglich
auf zu großem Fuß gelebt.
Aber dann stellte sich heraus,
man hatte mir nur etwas
in die Schuhe geschoben.

(Gerhard Feil)

© Gerhard Feil   http://www.gegge.de