Wortspiele von Gerhard Feil
Über meinen Schatten springen
Über meinen Schatten springen,
das könnte ich fast jederzeit,
nur eben nicht - bei Dunkelheit.
Die Frage ist auch, was es bringt,
denn der Schatten legt sich wieder
nach dem Springen vor mir nieder.
Da wart ich lieber einfach ab,
denn mit der Zeit (ist bekannt)
ändert die Sonne ihren Stand.
Und was ihr von mir haben wollt,
dieses Problem - ist ein kleines
und anscheinend gar nicht meines.
(Gerhard Feil)
es kreuzt kein weg
den anderen mehr
wo wir einander noch gefunden
weicht heute jeder jedem aus
sie drehen einsam ihre runden
und fahr'n allein wieder nachhaus'
wo sich einst uns're wege kreuzten
kreuzt kein weg den anderen mehr.
an dieser einen, uns'rer kreuzung
steht neuerdings - ein kreisverkehr
(Gerhard Feil)
Nahaufnahme mit Weitblick
Manchmal ist es so kalt,
dass man sich an Gedanken
die Finger verbrennt.
Manchmal ist es so grell,
dass sich sogar Gefühle
in den Schatten flüchten.
Aber nie ist es so leise,
dass man es hören könnte,
wenn ein Herz zerbricht.
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
durchs Leben schwimmen
Unentwegt machen wir Wellen
als ginge es um nichts anderes
als ständig unseren Kopf
über Wasser zu halten.
Dabei hätten wir eigentlich
gar keinen Anlass zur Sorge
würden wir einmal innehalten
und dem Leben auf den Grund sehen.
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
Ihr wollt
mit allen Wassern gewaschen sein
und denkt daß wir euch
nicht das Wasser reichen können?
Ihr glaubt wir können
kein Wässerchen trüben
mit unserem Versuch
gegen den Strom zu schwimmen?
Aber
steter Tropfen höhlt den Stein
und
aus dem Staub machen
wir
das Ei des Kolumbus
(Gerhard Feil)
Papier ist geduldig
schwarz auf weiß
versuchst Du
von a-z
mir
ein x für ein u vorzumachen
Aber ich bin
kein unbeschriebenes Blatt!
(Gerhard Feil)
Am Boden liegend
Am Boden liegend
bekommt man leicht
einen Blick für Details
aber man verliert dabei
den Blick für's Ganze
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
genug ist genug
ich dachte
Hunde, die bellen, beißen nicht
und habe
den Bock zum Gärtner gemacht
aber
Unkraut vergeht nicht
ich dachte es ist
Dein Spiel mit dem Feuer
aber nun bin ich
das gebrannte Kind
und Du
streust Salz in meine Wunden.
Ich dachte
Lügen haben kurze Beine
dennoch bist Du
zu weit gegangen
und
lebst auf großem Fuß.
Es war k
ein Tropfen auf den heissen Stein
und
da musste das Faß ja überlaufen
so sehr hast Du
den Bogen überspannt.
aber ich nehme
kein Blatt vor den Mund
und
sehe den Tatsachen ins Auge
denn
Hinterher weiß es jeder besser
und
wer zuletzt lacht..
(Gerhard Feil)
Zwischen Tun und davon Reden
liegt ein Meer aus Möglichkeiten.
Sprache überzeugt nicht jeden,
schwimmt nur schlecht in den Gezeiten
und ruft um Hilfe ziemlich laut
der and're - hat ein Boot gebaut.
(Gerhard Feil)
UNSCHULD
und du küsst mich
wieder und wieder
und nach und nach
unschuldiger und schuldiger
und doch stellt sich
nicht die Frage
und fragt nicht
nach schuld
und unschuld
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
ertappt
ertappt
du mich und ich dich
als wir uns gleichzeitig
heimlich Blicke zuwarfen
nur nicht die liebe
die konnte wieder einmal
unerkannt entkommen
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
Autoreninfo
Gerhard Feil (ich)
...wurde am 29.10.1966 in Augsburg geboren.
Kein Studium (außer dem Leben an sich)
Ich bin seit 1998 freiberuflicher Webdesigner
und schreibe aus reiner Freude an der Wortmalerei
Bild nötig?