Zweifarbige Gedichte von Gerhard Feil
Eine mögliche Antwort
auf die Frage
nach dem Sinn des Lebens
ist die Liebe.
Eine mögliche Antwort
auf die Frage
nach dem Sinn der Liebe
ist das Leben.
Auf die eine oder andere Frage
könnte die Antwort
aber möglicherweise auch
ich oder Du sein.
(Gerhard Feil)
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Entfaltungsmöglichkeiten
So wie ein Bettlaken zerknittert,
ist früh am morgen mein Gesicht.
Zum Spiegel sage ich verbittert:
"Nein, diesen Typ entfalt ich nicht!"
Bedenke, wenn ich daran scheiter,
an einer Falte, ganz allein,
dann ging der Ärger nämlich weiter,
denn einfältig will ich nicht sein.
(Gerhard Feil)
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mangelhafte Zivilcourage
Er war nicht taub
aber er hat nichts gehört.
Er war nicht blind
aber er hat nichts gesehen.
Er war nicht stumm
aber er nichts gesagt.
Er hat nicht mitgemacht
aber er tat nichts dagegen.
Er war nicht alleine schuld
aber unschuldig war er nicht.
(Gerhard Feil)
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lieber entweder - oder?
Statt auf der Stelle zu treten
und euch den Vortritt zu gewähren,
gilt es jetzt
zurück zu treten -
entweder als Rücktritt
oder euch ans Schienbein.
(Gerhard Feil)
Liebe und Leidenschaft
vom "küss mich"
liebten wir uns
voll leidenschaft
die ganze nacht lang
bis in den morgen
bis zur frage:
"sag - liebst du mich?"
dann liebten wir uns
erstmal nicht.
(Gerhard Feil)
NICHTS UND NIEMAND
nichts das ich tun muß
niemand der etwas erwartet
nichts das mich bedrückt
niemand der mich bedrängt
nichts das mir fehlt
niemand den ich vermisse
nichts das ein Problem wäre
niemand der zum Problem wird
DIESES Nichts mindert mein Glück
DIESER Niemand schränkt mich ein.
(Gerhard Feil)
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REICHT ES NICHT?
ich freue mich jedesmal
wenn wir uns sehen
und ich bin glücklich
wenn du bei mir bist.
muß ich dich vermissen
wenn du keine zeit hast
und unglücklich sein
weil du mir fehlst?
du bist bereits mein ganzes glück,
reicht das denn nicht?
mußt du unbedingt
auch noch mein unglück sein?
(Gerhard Feil)
ein Drahtseilakt
können wir uns nahe sein
ohne uns zu nah zu kommen?
können wir uns wichtig sein
ohne uns zu wichtig zu werden?
kann das ewig weitergehen
ohne je zu weit zu gehen?
und werden wir einander immer genügen,
ohne je genug von einander zu bekommen?
(Gerhard Feil)
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UNZERTRENNLICH
So wie Hass sich von Liebe nährt,
und Kummer an der Freude zehrt,
So wie die Angst den Mut auffrisst,
und Kraft sich mit der Schwäche misst,
So wie Genuß und Leid sich kennen,
und Gut und Bös zusammenhängen,
So werden Glück und Unglück nie ewig halten,
und unzertrennlich unser Leben gestalten.
(Gerhard Feil)
WIRKLICH SCHÖN
Ich tauche mit ungeahnter Leichtigkeit
im handwarmen Wasser
und genieße eine trügerische Illusion.
Ich fühle mich geborgen und unbeschwert
getragen von den Wellen
der Zärtlichkeit und völliger Hingabe.
Es ist mir egal
dass es unvernünftig und unrealistisch
und eigentlich nicht einmal wünschenswert ist.
Es ist mir auch egal,
dass ich kein guter Schwimmer bin,
es ist einfach wundervoll.
Bis zu dem Moment
den man ertrinken nennt,
war es - wirklich schön
(Gerhard Feil)
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VERWUNDERLICH
Ich verzweifle
an Deinen Zweifeln,
und mich schmerzt Dein Leid.
Mich plagen Deine Sorgen,
und Dein Kummer
kümmert mich.
Auf Deine Hoffnungen hoffe Ich,
und mich ängstigt
Deine Angst.
in meiner Welt
bist Du das Wunder
und das wundert mich nicht..
(Gerhard Feil)
WIR REDEN
zu leise
..über wichtiges
zu laut
..über banales
zu viel
..über andere
zu selten
..miteinander
und zu oft
.. ohne zu denken
(Gerhard Feil)
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Autoreninfo
Gerhard Feil (ich)
...wurde am 29.10.1966 in Augsburg geboren.
Kein Studium (außer dem Leben an sich)
Ich bin seit 1998 freiberuflicher Webdesigner
und schreibe aus reiner Freude an der Wortmalerei
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