Mehrfarbige Gedichte von Gerhard Feil
vom Sinn des Lebens
Die Frage nach des Lebens Sinn
stellt man sich meistens mitten drin
und auch zum Ende seines Lebens
sucht man die Antwort noch vergebens.
Dabei wär' eigentlich nur wichtig,
ihm Sinn zu geben - und zwar richtig!
(Gerhard Feil)
Das pure Verlangen
Gemessen an dir
ist das Maß meiner Liebe
die Maßlosigkeit
Gezählt auf dich
ist die Summe meiner Gefühle
eine Unsumme
Gefragt nach dir
ist das pure Verlangen
eine einzige Gier
(Gerhard Feil)
Was hält Dich ab..
Der dünne Faden,
der sich tausendfach
um deinen Leib schnürt,
fesselt dich bei weitem mehr,
als jede noch so starke Kette,
an der ein Schloss hängt,
in dem der Schlüssel steckt.
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
gebrandmarkt
Du breitest zwischen Hügeln
mir eine Decke aus
nichts kann mich jetzt noch zügeln
hier fühl ich mich zuhaus
Bin weit genug gegangen
entwurzelt wie ein Baum
heiß brennst du das Verlangen
mir tief in meinen Traum
So trag ich nun dein Zeichen
als Wappen in der Brust
und sollte das nicht reichen
werd ich mir selbst bewusst
(Gerhard Feil)
PS Geflüster
Spät nachts wird auf der Autobahn
sehr oft und gerne schnell gefahrn.
Ganz anders als im Hauptverkehr,
sind dann die Straßen meistens leer.
Dies aber nicht für jenen einen,
der hinter mir, so möcht ich meinen,
laut hupt und blinkt, und mit der Hand,
mir Zeichen gibt, Betreff: Verstand.
Die Hupe wird nun sogar hell
Mit Licht gehupt: originell!
Damit ich ihn gut sehen kann,
fährt er nun dichter an mich ran.
Zum Zeichen, daß ich ihn erkannt,
wink ich ihm zu mit meiner Hand
denn selbst wenn er wohl übertreibt,
gebietet dies die Höflichkeit.
Und daß solch freundliche Gebärde,
auf unsern Straßen üblich werde,
will ich mich mühen beizutragen,
sogar mit meinem großen Wagen.
(Gerhard Feil)
EIN ROLLENSPIEL
Der Welle ist männlich
und wirft sich der Strand entgegen
immer wieder und wieder
... bis er verebbt
Die Strand ist weiblich
und lockt den Welle um Welle
läßt sich umwerben
... bis er verebbt
Das Küste erzählt sachlich
eine stürmische Geschichte
und zeigt voller Würde
... die Narben der Liebe.
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
die Wertung
Der Reiche, der am Reichtum hängt,
ist ärmer, als man schlechthin denkt,
denn abgeseh'n von seinem Geld,
ist er der Ärmste dieser Welt.
Mit Freunden, ist der arme Mann,
viel reicher, als man glauben kann,
denn abgeseh'n von ein paar Gulden,
fehlt ihm ja nichts zu seinen Schulden.
Der Mensch, egal, ob arm, ob reich
stirbt irgendwann - da sind wir gleich
Und welchen Wert sein Leben hatte
steht selten auf der Mamorplatte.
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
VERWÜNSCHT
mögen sich alle von Dir abwenden
und keiner zu Dir stehen
und ich das einzige sein was Dir bleibt
mag Dir nichts gelingen
und tausend Steine sich Dir in den Weg legen,
damit ich Dir helfen kann
und Fieber und Schwäche
sollen Dich ans Bett fesseln -
verzeih mir, daß ich Dich pflegen will
und Kummer und Leid
wünsch ich Dir
damit ich Dein Trost sein kann
Alternativ
wünsch ich Dir alles Glück der Welt
denn das ist es,
was ich für Dich gern sein möchte.
verwünscht
(Gerhard Feil)
Eitelkeit
Deine Liebe zu mir
wäre in Worte gefasst
ein sich im Kreis
um mich herum
drehender Pflug
der sich immer tiefer
in die Erde gräbt
bis am Ende
ein Podest
aus dem Nichts heraus
mich in einem Lichte
glänzen läßt,
von dem Du nicht ahnst
dass es nichts anderes ist
als Deine Liebe zu mir.
(Gerhard Feil)
Gedicht als Grußkarte ansehen?
HEUTE
Im Frühling noch auf "Wolke Sieben"
tat ich von ganzem Herz'n lieben,
doch heute ist dies nun vorbei
und morgen mir schon einerlei.
Im Sommer hatte ich viel Spaß,
lag hier am See und dort im Gras,
doch heute ist das lang schon her,
und morgen noch einen Tag mehr.
Im Herbst, da war ich ungehalten,
war aufgebracht und zwiegespalten,
doch heute liegt dies weit zurück,
und morgen auch - zu meinem Glück.
Im Winter - schon ein End in Sicht,
folgt die Moral von der Geschicht:
Das Heute ist 'ne Jahreszeit
und morgen schon - Vergangenheit.
(Gerhard Feil)
Autoreninfo
Gerhard Feil (ich)
...wurde am 29.10.1966 in Augsburg geboren.
Kein Studium (außer dem Leben an sich)
Ich bin seit 1998 freiberuflicher Webdesigner
und schreibe aus reiner Freude an der Wortmalerei
Bild nötig?