Dunkelgraue Gedichte von Gerhard Feil

versprühtem giftgas
gegen blattläuse
folgt der holocaust

im garten eden
ein kleiner völkermord

im namen der rosen
unzählige tote bienen
nur ein kollateralschaden

das blühende leben
hat seinen preis

(Gerhard Feil)

Sandkastenphilosophie

Es muss wohl so sein
dass das Rauf und Runter
sich im Leben
beständig abwechselt

nur hat man dabei
nicht halb so viel Spaß
und die doppelte Mühe
wenn man
alleine auf der Wippe sitzt

(Gerhard Feil)
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KUMMER & SCHMERZEN

außer Kummer und Schmerzen
schenkst Du mir nichts
und dennoch
liebe ich Dich

außer Kummer und Schmerzen
schenke ich Dir alles
und dennoch
liebst Du mich nicht

außer Kummer und Schmerzen
bleibt uns
nur noch die Liebe
die wir nicht teilen.

(Gerhard Feil)

von einem der...

seine Möglichkeiten nicht nutzte

Er war nicht taub
aber er hörte nicht zu.

Er war nicht blind
aber er sah nicht hin.

Er war nicht stumm
aber er teilte sich nicht mit.

Er war selten durstig
aber er trank sich tot.

(Gerhard Feil)
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WELCHE GEFÜHLE?

ich habe versucht
 dich für mich zu gewinnen
 aber mein Los war eine Niete.

ich habe versucht
 dich langsam zu erobern
 aber mein Feldzug war ohne Glück.

ich habe versucht
 dich wirklich zu verdienen
 aber dein Dank hielt sich in Grenzen.

nur eines habe ich nie versucht:
 meine Gefühle zu leugnen
 - Welche Gefühle?

(Gerhard Feil)

MILLENIUMSJAHR

Das Land mit Sternen in der Flagge
wählt eine Wahl voll Peinlichkeit.
Der Sieger der gewonnen hatte
gewählt von einer Minderheit.

Das Land mit alten Schuldenlasten
zählt bei Rindern nur noch Tote.
Neu - BSE-bedingtes Fasten
Alt - die Arbeitslosenquote.

Das Land der Queen und Promiwaisen
spielt mit des Menschen DNA.
Moral und Sinn die geh'n auf Reisen
wie Ikarus - der Sonne nah.

Nach zwei Jahrtausend auf dieser Welt
mußt so mancher Skrupel weichen.
Bei all dem Streben nach Macht und Geld
geht man nicht mehr - nur über Leichen

(Gerhard Feil)

es ist vorbei

Ich bin die Unruh in Person,
mich zu bewegen - mein Beruf.
Die Uhrzeit steht seit langem schon,
die Zeit, die ich bislang erschuf.

Am Laufen halten was nur geht
versuche ich von Anfang an.
Dass der Zeiger nun trotzdem steht,
ist etwas, wofür ich nichts kann.

Ich bin immer noch am Schlagen,
doch irgendwo ist was verhakt;
der Uhrzeiger steht seit Tagen,
missachtet den Sekundentakt.

Nun sage ich - und bin so frei
es ginge mich ja gar nichts an,
nur unterm Strich - ist es vorbei,
egal ob ich dafür was kann.

(Gerhard Feil)

Mit dem Alter

was ich an Jahren zulege
lege ich an Erwartungen ab

als hätte ich nicht Lebenszeit
sondern Bedürfnisse verbraucht

bis ich irgendwann nicht mal
das Nötigste brauchen werde

dann verzichte ich sogar
auf die Luft zum atmen

(Gerhard Feil)

unterm Strich

jahr für jahr
hat man gute vorsätze

monat für monat
hat man zu wenig geld

woche für woche
ständig derselbe trott

tag für tag
will man es angehen

stunde für stunde
findet man ausreden

minute für minute
wird man vertröstet

aber sekunde für sekunde
rennt einem die zeit davon

(Gerhard Feil)
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Rückblick

Du hast mich immer nur belogen
  bis es zu offensichtlich wurde
  habe ich dir alles geglaubt.

Du hast mich immer nur benutzt
  bis ich Dir nichts mehr nützte
  war ich immer für dich da.

Du hast mir immer wieder wehgetan
  bis es nicht mehr zu ertragen war
  habe ich alles zugelassen.

Du hast mich einfach weggeworfen
  weil es für Dich nur ein Spiel war
  werde ich nicht zurückkommen.

Du hast keinen Feind gefunden
  als es dann zum Ende kam
  habe ich keinen Freund verloren.

Du wirst dich nicht entschuldigen
  wenn dir deine Schuld bewußt wird
  werde ich Dir vergeben können.

(Gerhard Feil)

VERGESSEN

ich denke an Dich
während der feine Sand
mir durch die Finger rieselt.
ein schönes Gefühl
ist so leicht zu greifen
aber nicht aufzuhalten.
Der Wind verwischt deine Spuren
aber mit jeder Welle am Strand
tauchen wieder Erinnerungen auf.

(Gerhard Feil)
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TOT?

ihren anblick vor augen
ihren geruch im sinn
ihre stimme noch im ohr

habe ihr wesen erkannt
ihre liebe erfahren und
ihren mut in meinem herzen

mag sein
daß sie gegangen ist
und nie mehr wiederkommt

aber sie ließ genug zurück
um für mich am Leben zu sein

(Gerhard Feil)

Autoreninfo

Gerhard Feil (ich)

...wurde am 29.10.1966 in Augsburg geboren.
Kein Studium (außer dem Leben an sich)
Ich bin seit 1998 freiberuflicher Webdesigner
und schreibe aus reiner Freude an der Wortmalerei
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